Schlaflosigkeit

SchlafstörungenSchlaflosigkeit oder Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem. Den Medizinern sind gut 80 unterschiedliche Arten von Schlafstörungen bekannt.

Sehr weit verbreitet sind Störungen beim Einschlafen (Hyposomnie), Störungen beim Durchschlafen (Insomnie), ein auffällig gesteigertes Schlafbedürfnis (Hypersomnie) und Abweichungen vom gewöhnlichen Schlaf-Wach-Rhythmus.

Es wird unterschieden zwischen organisch bedingten Schlafstörungen – wie beispielsweise der Schlafapnoe – und psychologisch bedingten Schlafstörungen. Wer davon ausgeht, dass er sich am Spätabend ins Bett legt und bis zum Klingeln des Weckers durchschläft, der liegt falsch. Ein gesunder Mensch wacht in jeder Nacht zwischen 20 – 30 Mal auf. Es handelt sich dabei jedoch um so kurze Wachphasen, dass sie normalerweise unbemerkt bleiben.

Gefährlich für die Gesundheit wird es erst, wenn die Wachphasen in der Nacht so lang werden, dass die Leistungsfähigkeit am Tag beeinträchtigt wird oder der fehlende Schlaf am Tag zwanghaft nachgeholt werden muss. Die Folgen von chronischen Schlafstörungen sind Konzentrationsschwäche, eine sinkende Leistungsfähigkeit, Übergewicht, Depressionen, sowie ernsthafte Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Die Ursache einer Schlafstörung sollte medizinisch abgeklärt werden. Es sei denn, die Störungen können vom Betroffenen selber eindeutig auf eine psychische Ursache zurückgeführt werden. Wer sich gerade mit Sorgen und Nöten im privaten oder beruflichen Bereich herumquälen muss, wird höchstwahrscheinlich auch über eine sinkende Schlafqualität klagen. Organisch bedingte Schlafstörungen wie die Schlafapnoe müssen vom Arzt therapeutisch behandelt werden.

Psychisch bedingte Schlafstörungen können vom Betroffenen sehr gut selber therapiert werden. Lediglich die Einnahme von Schlafmitteln sollte im Interesse der eigenen Gesundheit unterbleiben. Der Körper gewöhnt sich an den Wirkstoff der Tabletten und die Dosierung muss langsam aber stetig gesteigert werden. Schlaftabletten greifen in den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers ein. Das kann dazu führen, dass der Köper am Morgen beim Klingeln des Weckers nicht wie gewünscht in die Wachphase gleiten kann, weil er sich dank der Wirkung der Tabletten eigentlich noch in der Schlafphase befinden sollte. Vor dem Griff zur Schlaftablette sollte also sicherheitshalber der Gang zum Hausarzt stehen.

Es gibt einige Möglichkeiten, mit denen die Schlafqualität verbessert werden kann. Wichtig ist es, auf einen gleichmäßigen Tagesablauf zu achten. Dazu gehört es, dass der Wecker möglichst jeden Tag zur gleichen Uhrzeit klingelt – auch am Wochenende. Wer sich nun wochentags bereits um fünf Uhr aus dem Bett quälen muss, der darf die Weckzeit am Wochenende natürlich ein wenig nach hinten schieben. Wer jedoch am Wochenende regelmäßig erst in den späten Mittagsstunden aufsteht, der produziert die Schlafstörungen praktisch selber.

Generell gilt, dass Menschen, die sich am Tag aktiv bewegen, leichter einschlafen können als jene, die den Tag hauptsächlich im Sitzen verbringen. Wem es unmöglich ist, regelmäßige sportliche Aktivität in den Tagesablauf zu integrieren, der sollte wenigstens 30 Minuten am Tag zügig spazieren gehen.

Ist man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, so reicht es bereits, wenn man einige Haltestelle früher aussteigt und den Rest zu Fuß geht. Die Bewegung an der frischen Luft ist noch immer ein wunderbares Schlafmittel – ganz ohne Nebenwirkungen. Das wird besonders eindrucksvoll in den Urlaubstagen deutlich, in denen der Tagsablauf von Unternehmungen an der frischen Luft dominiert wird und an deren Ende man müde – aber glücklich – ins Bett fällt.

Wer generell sehr schwer zur Ruhe kommt, sollte eine Entspannungstechnik erlernen. Bewährt haben sich beispielsweise Yoga oder autogenes Training. Anfangs ist es günstig, diese Methoden mit Hilfe eines guten Lehrers zu erlernen. Im Anschluss daran können diese Entspannungstechniken aber auch sehr gut alleine durchgeführt werden. Es gibt breit gefächertes Unterrichtsmaterial für das Training zu Hause und ob man nun nach einem Buch, einer CD oder einer DVD greift, ist eine Frage der persönlichen Vorlieben. Wer sich für einen Kurs entscheidet, welcher der Gesundheitsprävention dient, kann auch bei der Krankenkasse nachfragen. Einige Krankenkassen halten für ihre Mitglieder spezielle, günstige Kursangebote bereit.

Zu viel Kaffee, Cola oder schwarzer Tee sind vor dem zu Bett gehen keine geeigneten Durstlöscher. Diese Getränke wirken sehr anregend und machen Menschen reicht bereits eine Tasse mit starkem Kaffe aus, um nervös und flatterig zu werden. Die Reaktion auf die Getränke ist jedoch individuell sehr unterschiedlich. Dennoch sollte der Durst in den Abendstunden vorzugsweise mit Mineralwasser oder Kräutertee gelöscht werden. Beruhigend und entspannend wirken Kräutertees, in denen Zusätze aus Melisse, Hopfen oder Baldrian enthalten sind. Wer den Kräutertees nicht viel abgewinnen kann, der findet in der Apotheke auch freiverkäufliche Arzneimittel, in denen diese pflanzlichen Stoffe enthalten sind. Eine Gefahr der Abhängigkeit – wie sie bei Schlaftabletten sehr häufig zu erwarten ist – geht von diesen pflanzlichen Beruhigungsmitteln nicht aus.

Tipps in Kürze zusammengefasst

  • Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte unbedingt als erstes die Ursachen ergründen. Bei organisch bedingter Schlaflosigkeit ist ein Arztbesuch erforderlich, Schlafstörungen können ernsthafte gesundliche Schäden nach sich ziehen.
  • Von der "Selbst-Behandlung" von Schlafstörungen mit Schlaftabetten kann nur abgeraten werden, diese greifen gravierend in den natürlichen Rhythmus des Körpers ein.
  • Entspannungstechniken können sehr hilfreich sein.
  • Beruhigende Kräutertees und Mineralwasser sind gegen den abendlichen Durst Getränken wie Cola, Kaffee und schwarzer Tee vorzuziehen.
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